Fraunhofer-Gesellschaft

Fraunhofer-Gesellschaft, vollständig Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.: deutsche Forschungsorganisation mit Sitz in München. Mit rund 76 Instituten und mehr als 30.000 Mitarbeitern ist Fraunhofer die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa.

Gegründet wurde Fraunhofer am 26. März 1949 in München. Den Namen erhielt sie vom Münchner Optiker und Physiker Joseph von Fraunhofer (1787–1826). Im Gegensatz zur Grundlagen-orientierten Max-Planck-Gesellschaft konzentriert sich Fraunhofer auf anwendungsorientierte Forschung, häufig in direktem Auftrag von Unternehmen, Behörden und der öffentlichen Hand.

Inhaltliche Schwerpunkte reichen von Informations- und Kommunikationstechnik über Werkstofftechnik, Mikroelektronik und Lasertechnologie bis zu Gesundheits-Forschung, erneuerbare Energien und Sicherheit. Bekannte Erfindungen und Beiträge aus Fraunhofer-Instituten sind unter anderem der MP3-Audio-Codec (entwickelt am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen ab Mitte der 1980er Jahre), der digitale Hörfunk-Standard DAB+, Anteile am AAC-Codec sowie zahlreiche Beiträge zur Solartechnik (Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme).

Finanziert wird Fraunhofer zu rund 70 Prozent über Drittmittel — sowohl aus der öffentlichen Hand (Bund, Länder, EU) als auch aus Aufträgen der Wirtschaft. Die restlichen 30 Prozent kommen aus Grundfinanzierung von Bund und Ländern. International ist die Fraunhofer-Modell als Verbindung zwischen Universitätsforschung und Industrie auch in anderen Ländern Vorbild gewesen — etwa für das US-Programm „Manufacturing USA” und vergleichbare Initiativen in Asien.

ESC