Fertighaus
Fertighaus: Wohnhaus, dessen Bauteile fabrikseitig vorgefertigt und auf der Baustelle in deutlich kürzerer Zeit als beim klassischen Hausbau montiert werden. Üblich sind Bauzeiten von wenigen Tagen für die Errichtung des Rohbaus, verglichen mit Wochen bis Monaten beim Massivbau.
Konstruktiv unterscheiden sich Fertighäuser nach der verwendeten Bauweise. Klassisch verbreitet ist die Holzrahmen- oder Holzständerbauweise, bei der vorgefertigte Holzelemente als Wand-, Decken- und Dachteile angeliefert werden. Daneben gibt es Stahl-, Beton-Fertigteilhäuser sowie hybride Bauweisen. Die im Werk gefertigten Bauteile umfassen häufig bereits Fenster, Türen, Außenputz, Dämmung und teilweise Elektro- und Sanitärinstallationen.
Geschichtlich gehen industrielle Fertigbauweisen auf die Zwischenkriegszeit und die Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. In Deutschland gewann das Fertighaus ab den 1960er Jahren an Bedeutung. Heute liegt der Anteil an den jährlichen Ein- und Zweifamilienhaus-Neubauten in Deutschland bei rund 20 Prozent — mit starker regionaler Verbreitung in Süddeutschland und Skandinavien.
Vorteile von Fertighäusern sind kalkulierbare Baukosten und -zeiten, hochgradig vorgegebene Energiestandards und das geringere Risiko witterungsbedingter Verzögerungen. Nachteile gegenüber dem Massivbau liegen in geringeren Möglichkeiten zur individuellen Bauplanung außerhalb des Hersteller-Katalogs, im je nach Bauweise geringeren Schallschutz und in der bei manchen Modellen geringeren Lebensdauer-Schätzung. Bekannte Anbieter in Deutschland sind Town & Country Haus, Schwörer Haus, WeberHaus und Bien-Zenker.