ERP
ERP, Enterprise Resource Planning: integrierte Software, die zentrale Geschäftsprozesse eines Unternehmens — Finanzen, Buchhaltung, Personal, Einkauf, Vertrieb, Produktion, Logistik — in einem gemeinsamen System abbildet und so eine einheitliche Datenbasis bereitstellt.
Statt dass einzelne Abteilungen mit getrennten Programmen arbeiten, greift bei einem ERP-System die gesamte Organisation auf dieselben Stammdaten (Kunden, Lieferanten, Artikel, Mitarbeiter) zu. Vorgänge wie Bestellung, Wareneingang, Buchung und Bezahlung sind dadurch durchgängig nachvollziehbar, Fehler und Doppelarbeit werden reduziert.
Marktführer im ERP-Umfeld ist SAP aus Walldorf, dessen aktuelle Plattform SAP S/4HANA seit 2015 schrittweise die ältere SAP-ERP/R3-Reihe ablöst. Konkurrenten sind Oracle (mit Oracle Fusion und NetSuite), Microsoft Dynamics 365, Infor sowie zahlreiche branchen- oder größenspezialisierte Anbieter. Im Mittelstand sind unter anderem DATEV, Lexware, Sage und das offene Odoo verbreitet.
Eingeführt werden ERP-Systeme klassisch in größeren Projekten mit Beratungs-, Anpassungs- und Schulungsaufwand. Mit dem Aufstieg cloudbasierter ERP-Lösungen (SaaS) und der zunehmenden Standardisierung von Prozessen verkürzen sich Einführungszeiten und Anpassungstiefe; gleichzeitig verschieben sich die Diskussionen weg vom klassischen Maßanzug-System hin zu standardisierten Cloud-Diensten.