Dolmetscher
Dolmetscher: Person, die gesprochene Texte mündlich zwischen zwei oder mehreren Sprachen überträgt. Im Unterschied zum Übersetzer, der schriftlich fixierte Texte überträgt, arbeiten Dolmetscher in der Live-Kommunikation.
Unterschieden werden mehrere Arbeitsmodi. Beim Simultandolmetschen überträgt der Dolmetscher das Gesagte praktisch zeitgleich; dafür arbeitet er meist in einer schalldichten Kabine und überträgt seine Stimme über Funk an die Kopfhörer der Zuhörer. Dieses Verfahren ist Standard bei internationalen Konferenzen, EU-Sitzungen und Verhandlungen. Beim Konsekutivdolmetschen wartet der Dolmetscher, bis der Redner einen Abschnitt beendet hat, und überträgt das Gesagte anschließend in die Zielsprache. Beim Flüsterdolmetschen sitzt der Dolmetscher neben einem oder wenigen Zuhörern und überträgt leise simultan.
Berufliche Voraussetzung ist neben perfekter Sprachbeherrschung eine schnelle Auffassungsgabe, ein breites Allgemein- und Fachwissen sowie hohe Konzentrationsfähigkeit. Akademisch ausgebildete Dolmetscher absolvieren in Deutschland meist ein Studium an Hochschulen wie der Universität Heidelberg, Mainz/Germersheim oder Leipzig. Spezialfächer sind unter anderem Gerichts-, Konferenz-, Medien- und Gebärdensprach-Dolmetschen.
Mit dem Aufstieg von KI-basierten Echtzeit-Übersetzungs-Werkzeugen — etwa DeepL Voice, Microsoft Teams Live Captions und Google Translate Conversation Mode — verändern sich Teile des Berufsfelds. In rechtlich oder politisch sensiblen Kontexten — Gerichts-, Asyl-, Diplomatie- und Vertragsverhandlungen — bleiben menschliche Dolmetscher weiterhin Standard, oft mit zusätzlicher Beeidigung.