Discounter
Discounter: Form des Einzelhandels, die ein begrenztes Sortiment besonders preisgünstig anbietet. Charakteristisch sind schmale Sortimente, hohe Eigenmarkenanteile, schlichte Ladengestaltung und straffe Logistik — alles mit dem Ziel, Kosten zu senken und niedrige Endpreise zu ermöglichen.
In Deutschland prägen vier große Discounter den Lebensmittel-Einzelhandel: Aldi (gegliedert in Aldi Nord und Aldi Süd), Lidl, Penny und Netto Marken-Discount. Zusammen halten sie über 40 Prozent des Lebensmittelmarkts. Aldi gilt international als Pionier des modernen Discount-Modells; die Brüder Karl und Theo Albrecht entwickelten es in den 1950er Jahren in Essen.
Spezifisch unterscheidet sich der klassische „Hard Discounter” — wenig Auswahl, fast ausschließlich Eigenmarken — vom „Soft Discounter” mit breiterem Sortiment und einigen Markenartikeln. Mit der Zeit haben sich diese Linien angenähert: Aldi und Lidl bieten heute viele Marken-Hersteller-Produkte, Penny und Netto setzen stark auf Eigenmarken. Außerhalb des Lebensmittelhandels existieren Discount-Modelle auch in anderen Branchen — etwa Drogerien (dm, Rossmann sind keine echten Discounter, aber preisgünstig), Bekleidung (Primark, KiK) und Möbel (Möbel-Discounter wie Roller).
Wirtschaftlich gelten Discounter als besonders krisenresistent: In Wirtschaftsabschwüngen verschieben Verbraucher Käufe zu günstigeren Anbietern, was die Discounter-Marktanteile typisch erhöht. In den vergangenen Jahren haben Aldi und Lidl ihre Eigenmarken-Strategie zudem in Richtung Bio, Vegan, Nachhaltigkeit und Premium-Linien erweitert — und so klassische Vorbehalte gegen Discount-Produkte deutlich gemindert.