Disco
Disco: tanzorientierter Musikstil der 1970er Jahre, der in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts kommerziell die internationalen Charts dominierte und zugleich eine eigene Club- und Modekultur prägte.
Hervorgegangen ist Disco aus afroamerikanischer und lateinamerikanischer Tanzmusik der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre, vor allem aus Funk, Soul und Salsa. Charakteristisch sind ein gleichmäßiger Vier-Viertel-Beat („Four on the Floor”), markante Bassläufe, sphärische Streicher- und Bläser-Arrangements und meist tanzbare Tempi um 110 bis 130 BPM. Den entscheidenden Aufschwung erlebte das Genre ab 1977 mit dem Soundtrack zum Film „Saturday Night Fever”, der weltweit über 30 Millionen Exemplare verkaufte und dem Disco-Pop endgültig zum Massenphänomen verhalf.
Wegweisende Künstler waren unter anderem die Bee Gees, Donna Summer, Chic, Boney M., ABBA, Earth, Wind & Fire sowie Gloria Gaynor mit dem Welthit „I Will Survive” (1978). Diskotheken wie das New Yorker Studio 54 entwickelten sich zu kulturellen Orten, an denen sich Mode, LGBTQ-Subkultur und Prominentenleben verschränkten.
Gegen Ende der 1970er Jahre setzte ein Backlash gegen das überall präsente Genre ein, kulminierend im „Disco Demolition Night” in Chicago 1979, bei der Tausende Disco-Platten vor einem Baseballspiel zerstört wurden. Die Mainstream-Welle ebbte ab, der Stil floss aber kontinuierlich in nachfolgende Genres ein: italienischer Italo-Disco der 1980er, House- und Garage-Music der späten 1980er, später die Disco-Renaissance in Acts wie Daft Punk, Justice oder Dua Lipa.