Dadaismus

Dadaismus, kurz Dada: künstlerische und literarische Bewegung, die 1916 in Zürich als Protest gegen den Ersten Weltkrieg, gegen bürgerliche Konventionen und gegen traditionelle Kunstauffassungen entstand.

Begründet wurde Dada am 5. Februar 1916 im „Cabaret Voltaire” in der Spiegelgasse 1, Zürich, von dem deutschen Schriftsteller Hugo Ball, der Sängerin Emmy Hennings, dem rumänischen Dichter Tristan Tzara, dem deutschen Bildhauer Hans Arp und weiteren Künstlern. Den Namen „Dada” wählten sie nach eigenen Angaben zufällig im Wörterbuch — bewusst sinnentleert, im Geiste der Bewegung.

Programmatisch lehnte Dada die etablierte Kunst und ihre Mittel ab und setzte stattdessen auf das Zufällige, Absurde und Provokante. Stilmittel waren unter anderem die Collage und Fotomontage, der „Ready-made” (Marcel Duchamps Alltagsgegenstände als Kunstwerk), Lautgedichte, simultane Vortragsformen und das gezielte Brechen aller damals geltenden Genre-Konventionen. „Dada wendet sich gegen alles”, schrieb Tristan Tzara — auch gegen Dada selbst.

Aus Zürich verbreitete sich die Bewegung in den Folgejahren nach Berlin, Hannover, Köln, Paris und New York. Bekannte Vertreter waren Hannah Höch, Kurt Schwitters, John Heartfield, Raoul Hausmann, Max Ernst, Marcel Duchamp und Francis Picabia. Mit dem Aufkommen des Surrealismus Mitte der 1920er Jahre verlor Dada an Eigenständigkeit; viele Künstler gingen in die surrealistische Bewegung über. Die Wirkung auf Pop Art, Fluxus, Konzeptkunst, Punk-Ästhetik und experimentelle Literatur ist bis heute spürbar.

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