DAB+
DAB+: digitaler Hörfunk-Standard für die terrestrische Verbreitung von Radio-Programmen. „DAB” steht für Digital Audio Broadcasting; das „+” verweist auf die seit 2007 verwendete weiterentwickelte Variante mit dem Audio-Codec AAC+, die deutlich effizienter überträgt als das ursprüngliche DAB von 1995.
Im Vergleich zum analogen UKW-Hörfunk bietet DAB+ mehrere Vorteile. Über dieselbe Bandbreite lassen sich deutlich mehr Programme parallel übertragen — in Deutschland sind im bundesweiten Multiplex-Block aktuell rund 20 Programme empfangbar, ergänzt um regionale Multiplexe der Landesrundfunkanstalten. Daneben überträgt DAB+ programmbegleitende Informationen wie Sendername, Titel- und Interpreten-Anzeige, Cover-Bilder, Verkehrsdaten und Notfall-Warnungen.
Technisch arbeitet DAB+ mit der orthogonalen Frequenzmultiplex-Methode (OFDM) im VHF-Band III und nutzt im Gegensatz zu UKW ein gleichlaufendes Sendernetz: Mehrere Sender desselben Programms strahlen auf derselben Frequenz, und Empfänger werten das stärkste Signal aus. Dadurch entfällt bei längeren Autofahrten die Frequenz-Suche, die unter UKW nötig war.
In Deutschland erfolgte der DAB+-Roll-out ab 2011 in mehreren Stufen. Seit 2020 sind alle in der EU neu verkauften Fahrzeuge zur Ausstattung mit DAB+-Tuner verpflichtet (digitale Hörfunk-Empfangs-Richtlinie). Die schrittweise Abschaltung von UKW ist politisch jedoch zurückhaltend behandelt — die meisten Programme werden noch bis weit in die 2030er Jahre parallel ausgestrahlt. Konkurrenz erhält DAB+ vom Online-Empfang über Webradio und Streaming-Dienste.