Chelsea Manning
Chelsea Manning: US-amerikanische ehemalige Soldatin und Whistleblowerin, geboren 1987 in Crescent, Oklahoma. Manning machte 2010 als Bradley Manning auf sich aufmerksam, als sie hunderttausende vertraulicher Dokumente an die Enthüllungs-Plattform WikiLeaks weitergab. Nach ihrer Haftzeit gab sie öffentlich ihre Identität als trans Frau bekannt und nahm den Namen Chelsea Manning an.
Manning diente von 2007 bis 2010 als Geheimdienst-Analystin der US-Armee im Irak. In dieser Funktion hatte sie Zugang zu klassifizierten Netzwerken und übergab dort gesehene Dokumente an WikiLeaks. Zu den prominentesten Veröffentlichungen gehörten das Video „Collateral Murder”, das einen US-Hubschrauber-Angriff in Bagdad zeigte, die Iraq und Afghanistan War Logs sowie über 250.000 Botschafts-Depeschen unter dem Schlagwort „Cablegate”.
Im Mai 2010 wurde Manning verhaftet. Im Juli 2013 sprach ein Militär-Gericht sie unter 22 Anklage-Punkten in 20 Fällen schuldig — darunter Spionage —, lehnte jedoch den Vorwurf der „Beihilfe zum Feind” ab. Sie wurde zu 35 Jahren Haft verurteilt. US-Präsident Barack Obama wandelte ihre Strafe Ende seiner Amtszeit im Januar 2017 um; Manning wurde im Mai 2017 entlassen.
In den Jahren danach engagierte sich Manning öffentlich für Bürgerrechte, Pressefreiheit und Transparenz. 2019 saß sie erneut elf Monate in Haft wegen der Weigerung, vor einem Bundesgrand-jury im Zusammenhang mit WikiLeaks auszusagen. International gilt sie als zentrale Figur der Debatte um staatliche Geheimhaltung, Pressefreiheit und Whistleblowing.