Blockchain
Blockchain, deutsch sinngemäß „Blockkette”: dezentral verwaltete, kryptografisch verkettete Datenstruktur, in der Transaktionen oder andere Datensätze in fortlaufenden Blöcken gespeichert werden. Jeder neue Block enthält einen kryptografischen Hash-Wert des vorhergehenden Blocks — damit lassen sich vergangene Datensätze nicht unbemerkt nachträglich verändern.
Bekannt wurde die Blockchain-Technologie 2008 mit dem Whitepaper „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System” eines anonymen Autors unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Die zugehörige Bitcoin-Blockchain ging am 3. Januar 2009 mit dem sogenannten Genesis-Block in Betrieb und gilt als Beleg dafür, dass Werttransfer ohne zentrale Mittelinstanz technisch funktioniert.
Konzeptionell verbindet eine Blockchain mehrere Bestandteile: ein Peer-to-Peer-Netzwerk, das Datensätze verteilt speichert; ein kryptografisches Verkettungs-Verfahren über Hash-Funktionen; ein Konsens-Verfahren (Proof of Work, Proof of Stake u. a.), das festlegt, welcher Knoten den nächsten Block erzeugen darf; sowie häufig öffentliche Asymmetrie über Signaturen, mit denen Transaktionen autorisiert werden.
Über Bitcoin hinaus haben sich zahlreiche Anwendungsfelder etabliert. Die zweite große Blockchain Ethereum (2015) führte Smart Contracts — auf der Blockchain gespeicherte Programme — ein und ermöglichte Dezentrale Finanz-Anwendungen (DeFi), Non-Fungible Tokens (NFTs) und dezentrale Organisationen (DAOs). Kritik richtet sich vor allem auf den Energieverbrauch klassischer Proof-of-Work-Blockchains, regulatorische Unsicherheiten und das Spannungsverhältnis zwischen Pseudonymität und Geldwäsche-Prävention.