Adipositas
Adipositas (lateinisch adeps, „Fett”; deutsch auch Fettleibigkeit): chronische Erkrankung, bei der das Körperfett deutlich über dem für die jeweilige Körpergröße als gesundheitlich verträglich angesehenen Wert liegt. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) definiert Adipositas bei Erwachsenen als Body-Mass-Index ab 30 kg/m².
Die WHO unterscheidet drei Schweregrade: Adipositas Grad I (BMI 30,0-34,9), Grad II (BMI 35,0-39,9) und Grad III (BMI ab 40, auch als „morbide Adipositas” bezeichnet). Ergänzend gilt der Bauchumfang als wichtiger Risiko-Marker — bei Männern ab 102 cm, bei Frauen ab 88 cm besteht ein erhöhtes Risiko für Stoffwechsel-Erkrankungen.
Ursachen sind komplex und entstehen aus dem Zusammenspiel von Energie-Aufnahme, Energie-Verbrauch, Erbanlagen, Hormon-Haushalt, Schlaf, Stress, Medikamenten und sozialem Umfeld. Adipositas tritt häufig in Verbindung mit Begleit-Erkrankungen auf — darunter Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Schlafapnoe, bestimmte Krebsarten und Gelenk-Verschleiß.
Therapeutisch werden Lebensstil-Anpassungen (Ernährungsumstellung, Bewegung, Verhaltenstherapie), medikamentöse Verfahren (etwa GLP-1-Analoga wie Semaglutid oder Tirzepatid) sowie bei höhergradiger Adipositas auch chirurgische Eingriffe (Bariatrie, z. B. Magen-Bypass) eingesetzt. In Deutschland wurde Adipositas Grad III nach langer fachpolitischer Debatte 2020 als chronische Erkrankung anerkannt. Welt-Adipositas-Verband und WHO sprechen seit Jahren von einer „Adipositas-Epidemie” — die weltweite Prävalenz hat sich seit 1975 verdreifacht.